Warum ich?

Es gibt viele Menschen auf dieser Welt, warum ich?

Mein Herz ist einsam, warum ausgerechnet ich?

Mein Herz ist kaputt, zu müde für die Liebe.

Meine Augen füllen sich mit Tränen, warum ich?

Ich verlasse die Welt, denn ich bin müde ohne dich.

Oh mein Gott, ich habe gelitten.

Ich spaziere auf der Straße mit kaputtem,

gebrochenem Herzen.

Unser Märchen hat sich nicht erfüllt,

ich stehe wieder im Regen.

Das Gesetz der Welt ist: Herzen zu brechen.

Das Gesetz der Welt meinte es nicht gut mit mir.

Ich habe lange gewartet, ich bin viel gegangen,

ich bin sehr, sehr müde, warum ich?

Mein Name ist mein Gedicht, weil ich sehr alleine bin.

Niemanden habe ich in meiner Welt.

Meine Augen sind voller Tränen.

Es gibt viele Menschen auf dieser Welt, warum ich?

Mein Herz ist einsam, warum ausgerechnet ich?

Was habt ihr denn getan für mich?

Außer dass ihr mein Gefühl ruiniert habt!

Ein anderes Bild hatte ich in meinem Herzen von euch.

Zerrissen bin ich nun von eurer

ungerechten Entscheidung.

Zerschlagen habt ihr meine Hoffnung.

Nach Zärtlichkeit sehne ich mich,

eine wahnsinnige Sehnsucht.

Schaut euch doch mal die Welt aus meiner Sicht an!

Hört mir doch nur einmal richtig zu!

Als ich an der Reihe war, öffnete die Welt ihr Maul.

Überschüttete mich mit Schmerz und Qual.

Wenn die Welt will, dass ich brenne,

Was soll ich denn tun?

Soll ich Nadel und Faden nehmen

und zusammennähen mein zerrissenes Herz?

Gott allein weiß

Gott allein weiß, dass mein Herz

zu früh getötet wurde.

Gott allein weiß, das ist sehr, sehr früh.

Gott allein weiß, das ist schwer,

wenn ich auf dieser Welt bleibe.

Gott allein weiß, das ist schwer,

wenn du sagst, Schluss für immer.

Sag bitte nicht, dass du für immer gehst,

mein Herz bleibt immer bei dir.

Sag bitte, das ist ein Traum, sag doch,

bleib hier, bitte geh nicht, ich habe Angst.

Wenn du gehst, ist mein Herz tot für immer.

Gott allein weiß, ich verlasse mich

auf mich in Bezug auf dich.

Gott allein weiß, das ist ein Tyrann,

ich habe niemals dein Herz gebrochen.

Gott allein weiß, dass es sehr, sehr spät ist.

Gott allein weiß, ohne dich

ist dieses Haus ein Gefängnis.

Gott allein weiß, ich bin ganz allein,

sag doch, das ist ein Traum,

sag doch, du gehst nicht,

sag doch, dass du hierbleibst.

Gott allein weiß, ich bin ganz allein.

Sajad, Afghanistan

 

Es ist anders hier, ganz anders.

Es gibt viele weiße Menschen.

Es gibt Freiheit und Gleichheit für alle Menschen.

Es ist anders hier, ganz anders.

Es gibt gute Schulen und viele Möglichkeiten.

Wenn du einen Abschluss hast,

kannst du eine gute Arbeit bekommen.

Es ist anders hier, ganz anders.

Es gibt Sicherheit.

Ganz anders ist es hier

Weldab, Eritrea


Es ist anders hier, Mohammed.

Hier gibt es viele Züge und moderne Kleider.

Hier gibt es große Städte und Frauen ohne Kopftuch.

Es ist anders hier, Mohammed.

Es gibt viele Kirchen

und viele Frauen mit kurzen Kleidern.

Es gibt auch viele Tiere.

Sie leben zu Hause mit den Menschen.

Es gibt viele verschiedene Religionen.

Es ist anders, ganz anders.

Es regnet oft, im Winter fällt Schnee

und es ist immer wolkig und dunkel und sehr kalt.

Fardin, Afghanistan

 

Die Schülerinnen und Schüler der Klasse Hanna haben im Unterricht das Gedicht „Es ist anders hier“ von Halit Ünal gelesen und dann eigene Strophen dazu geschrieben.